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  • Charles Darwin und unser evolutionäres Weltbild heute: 2015-03-26Um Dich für dieser Veranstaltung anzumelden, bitte einloggen oder registrieren.

Autor Thema: 26.03.15 Charles Darwin und unser evolutionäres Weltbild heute  (Gelesen 4497 mal)

Robert

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Könnte interessant werden, wenn ein Evolutionsbiologe (gbs-Beirat Prof. Dr. Ulrich Kutschera) im ökumenischen Seminar das evolutionäre Weltbild präsentiert...

Die beiden großen deutschen Amtskirchen betonen in ihren Propagandaschriften immer wieder, sie würden sich klar und deutlich vom Kreationismus distanzieren. Die Realität sieht aber anders aus. Das von den deutschen Katholiken und der EKD vertretene Hybrid-Modell einer “Theistischen Evolution”, bei dem man einerseits die biologischen Fakten anerkennt, andererseits aber hinter dieses Geschehen das Wirken eines biblischen Schöpfer-Designer-Gottes stellt, der alles zum Guten regelt, ist eine Pervertierung des logischen Denkens: Faktenwissen und mystischer Bibelglaube passen nicht zusammen.

...

Der von unseren Amtskirchen verbreitete “Soft-Creationism” basiert auf einer willkürlichen Zurechtbiegung von Bibel-Inhalten, bis diese zu den Erkenntnissen der Biologie passen sollen. Dieses ungenießbare Gemisch wird dann im Religionsunterricht unseren Kindern verabreicht. Fakt ist, dass sich religiöse Mythen und naturwissenschaftliche Erkenntnisse widersprechen – eine Vermischung derselben ist unakzeptabel.

https://seminar.wir-e.de/aktuelles

Do 26.03.15 15:30 Uhr
Ökumenisches Seminar Göttingen
Gemeindesaal St. Jacobi
Jacobikirchhof 2
37073 Göttingen
« Letzte Änderung: 2015-03-23, 13:21:13 von Robert »

Rüdiger Ludwig

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Argh ... warum so früh ... ?

Robert

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Schon interessant, wie man angeschaut wird, wenn man in einer Menschenmenge mit Abstand der Jüngste ist. Selbst unser Rüdiger hat wahrscheinlich gute Chancen auf den zweiten Platz gehabt.
Das lag aber sicher nicht an der geringen Teilnehmerzahl, denn das Seminar war mit rund 100, ganz überwiegend grauhaarigen, Personen überraschend gut besucht.
Das wiederum schien aber auch nicht unbedingt am Thema "Charles Darwin und unser evolutionäres Weltbild heute" zu liegen. Denn als zu Beginn angekündigt wurde, dass Prof. Kutschera abgesagt hatte, schien die Menge nicht unbedingt traurig gewesen zu sein. Als Vertretung sprang der offenbar allseits bekannte und beliebte Prof. Dr. Peter Aufgebauer ein. Ein Geschichtsprofessor, wie ich später herausfand, denn auf eine Vorstellung wurde aufgrund seiner Bekanntheit im Seminar verzichtet (auf die Idee, dass dort Jungspunde wie wir teilnehmen könnten, schien man gar nicht erst zu kommen). Auch der Ersatzvortrag "Die Bibel im Mittelalter" (passenderweise mit dem Adobe Acrobat Reader 5 präsentiert) war thematisch jetzt nicht gerade ein naheliegender Ersatz.

Prof. Kutschera tritt stattdessen heute Abend im Fernsehen auf (Mediathek-Link wird nachgereicht). Da die Absage schon 3 Tage feststand, fand ich es schon frech, dass in keinster Weise auf der Homepage darauf hingewiesen wurde, sondern die Leute unter falschen Erwartungen ins Seminar gelockt wurden. Zum Glück interessiere ich mich auch für Geschichte, sonst wäre ich an der Stelle demonstrativ aufgestanden und gegangen. Aber wie gesagt, die Menge schien der plötzliche Themawechsel nicht zu stören.

Stattdessen haben wir uns angehört, wie die katholische Kirche es das ganze Mittelalter unterbunden hat, dass Laien und niedere Geistliche die Bibel lesen und damit womöglich die Auslegung der hohen Kirchentiere in Frage stellen konnten.
Ironischerweise habe ich erst gestern Franz Buggle: "Denn sie wissen nicht, was sie glauben. Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann." beendet, der beklagt, dass auch in moderner Zeit kaum ein Christ die Bibel tatsächlich außerhalb der von der Kirche selektierten Passagen gelesen hat. Aber die Möglichkeit für Fragen oder gar eine Diskussion gab es eh nicht (warum nennt sich das überhaupt Seminar?).

Das nächste ökumenische Seminar beginnt im September und wird als Oberthema "Das Gute und das Böse" und als Einzelthemen u.a. Erbsünde, Sterbehilfe, Strafrecht, Moby Dick, Nietzsche, Schiller haben.
« Letzte Änderung: 2015-03-26, 23:07:07 von Robert »

Rüdiger Ludwig

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Ergänzend zu Roberts Bericht möchte ich noch hinzufügen, dass ich die Art, wie das Thema präsentiert wurde, und wie das Publikum auf einzelne Bemerkungen reagiert hat, sehr bemerkenswert. Wie Robert schon sagte, ging es vor allem darum, wie die katholische Kirche der Bevölkerung die Bibel vorenthalten hat. Es kumulierte in der Bibelübersetzung durch Luther ("ich lese heute noch gerne diese Version, weil sie so schön ist") und der dadurch ausgelösten "Befreiung" der Bibel vom Klerus.

Vieles spricht dafür, dass Robert mit der Aussage, dass die meisten Christen die Bibel kaum komplett gelesen haben. Trotzdem siehst sich der Vortragende und das Publikum in einer seltsamen Art als die wahren glücklichen, die heutzutage zumindest die Chance haben, die Bibel auf Deutsch zu lesen. Sie sehen sich somit auch 500 Jahre nach der Reformation als diejenigen an, die Helfer Luthers beim Verkünden des wahren Wortes Gottes sind.

Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass in der katholischen Kirche des Mittelalters und heute, neben der Bibel die Kirchentradition eine gleichrangige Stellung hat. dabei wurde sehr deutlich impliziert, dass dieses bei wirklichen Christen (ich gehe davon aus, dass das vor allem die Jacobigemeinde in Göttingen ist) nur das echte Wort aus dem bronzezeitlichen Epos gilt.

Robert

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Hier noch der Fernseh-Auftritt Kutscheras gestern: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=50428

Jan-Niklas Runge

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Eine selten vernünftige Sendung, bei der die Diversität der Gesprächsteilnehmer ausschließlich innerhalb des rationalen Rahmens lag. Toll! Kein Geschwurbel, nix. Ein Genuss.